Der unerforschte Norden Myanmars

Seitdem sich Myanmar immer mehr für den Westen öffnet, strömen Besucher zu den historischen Stätten und imposanten Landschaften: Mandalay, Bagan, der Süden mit seinen endlosen Stränden an der Andamanensee – doch Myanmars Norden ist in großen Teilen noch vollkommen von Touristen unentdeckt. Das liegt natürlich auch in großen Teilen daran, dass bestimmte Gebiete (vor allem an der chinesischen Grenze) auch heute noch „Off Limits“ für Besucher sind.

Dabei verstecken sich im Norden von Myanmar ungeahnte Schätze: die ersten Ausläufer des Himalayas, malerische Städtchen entlang des Irrawaddy Flusses, einer der größten Seen Südostasiens, der Indawgyi See und vieles mehr warten nur darauf, von Ihnen entdeckt zu werden!

Im hohen Norden Myanmars – der Kachin Staat

Der Kachin Staat ist die nördlichste Region von Myanmar – an seinem nördlichsten Punkt stehen einige der höchsten Berge von Südostasien. Wie beispielsweise der Hkakabo Razi, der es auf stattliche 5.881 m bringt und 1996 zum ersten Mal „offiziell“ bestiegen wurde. Kein Wunder, denn alleine der Weg zum Fuße des Bergs dauert mehrere Wochen durch vollkommene Wildnis. Der Hkakabo Razi gehört zum gleichnamigen Nationalpark, der weiter südlich wilde Dschungel, grüne Täler und schier endlose Waldlandschaften mit Flüssen, Wasserfällen und mehr bietet. Noch ein Stück weiter südlich liegt das Hukaung Valley Wildlife Sanctuary, welches das größte Tigerschutzgebiet der Welt darstellt.

Wenn es Sie so weit in den Norden Myanmars zieht, dann sollten Sie mit dem Flugzeug bis Putao reisen – für alle Ausflüge außerhalb der Stadt benötigen Sie allerdings eine spezielle Erlaubnis der Regierung.

Apropos Putao: dieses verträumte Örtchen liegt malerisch umgeben von den schneebedeckten Bergen, Dörfern der Bergvölker, klaren Seen und mehr. Die meisten Besucher verbringen einige Tage in einer der Lodges in der Stadt und brechen von hier aus zu Tagestouren in die Wildnis auf.

Myitkyna ist die Hauptstadt des Kachin Staats – allerdings hält es die meisten Besucher hier nur kurz. Vielmehr ist es der ideale Ausgangspunkt, um von hier aus zu einer Flusskreuzfahrt stromabwärts des Irrawaddy Flusses in Richtung Bhamo aufzubrechen. Trotzdem gibt es einige interessante Pagoden und landschaftliche Attraktionen, die man bei einem zweitägigen Aufenthalt in aller Ruhe erkunden kann.

Auch der Indawgyi See, einer der größten in Südostasien, ist ein beliebtes Ziel im Norden Myanmars. Hier erwarten Sie rund zwanzig Dörfer an den Ufern, in denen Sie einen ungetrübten Einblick in das Leben der „Locals“ werfen können, unzählige tierische Bewohner – viele davon selten – und natürlich die wunderschöne Shwe Mytzu Pagode, die mitten im See steht.

Und dann wäre da natürlich noch Bhamo, eine kleine Stadt an den Ufern des Irrawaddy Flusses, die gerade einmal knappe 60 km vom chinesischen Yunnan entfernt liegt. Bhamo ist bekannt für seinen farbenfrohen Markt und die thailändisch inspirierte Theindawgyi Pagode und die umgebenden Bergdörfer der Kachin-Völker.

Ein purer Blick in Myanmars Norden

Westliche Touristen finden erst langsam ihren Weg in den Norden. Doch wenn Sie sich die Mühe machen, diese unberührten Fleckchen zu besuchen, bekommen Sie einen vollkommen anderen und neuen Eindruck von diesem wunderschönen Land, das langsam wie eine Knospe zu erblühen beginnt.

Die Menschen – ganz gleich, ob in den Städten des Nordens oder in den vielen Bergdörfern – sind freundlich, neugierig und unglaublich offen. Wenn Sie also abseits der ausgetrampelten Touristenpfade wandeln möchten, dann ist der Norden Myanmars ein Geheimtipp, der sich lohnt!