Westlich von Yangon (oder auch Rangun) beginnt das Irrawaddy Delta, der tiefste Bereich Myanmars und gleichzeitig die „Reisschüssel“ des Landes. Der Name verrät es schon: gespeist wird diese äußerst fruchtbare Gegend vom Irrawaddy-Fluss, der sich hier auf dem letzten Stück bis in den Golf von Bengal und die Andamanensee ergießt – aber nicht, ohne sich vorher in unzählige kleine Kanäle und Flussarme zu verzweigen. Und genau das macht diese Gegend so einzigartig: es ist ein Labyrinth aus winzigen Wasserwegen und breiten Flüssen, aus Reisfeldern und Dschungeln, aus Fischfarmen und charmanten Dörfern, in denen der Tourismus erst langsam ankommt.
Das Irrawaddy Delta ist das wichtigste Reisanbau-Gebiet Myanmars und aufgrund dessen recht dicht besiedelt und verhältnismäßig wohlhabend. Problem: mit gerade einmal drei Metern über dem Meeresspiegel, läuft das Delta immer wieder Gefahr, unter Wasser gesetzt zu werden. Denn nicht nur der Irrawaddy durchzieht das Gebiet mit seinen kleineren Armen, sondern auch der Pathein-, der Bogale-, der Toe-, der Pyapon-Fluss und noch viele weitere kleinere Wasserwege suchen sich hier ihren Weg in den Süden.
Am westlichen Rand von des Irrawaddy-Deltas liegt die Stadt Pathein (oft auch „Bassein“), die viertgrößte Stadt Myanmars, die sogar über einen eigenen kleinen Flughafen verfügt. Wenn es Sie nach Pathein verschlägt, sollten Sie unbedingt in den späten Nachmittagstunden an die Flusspromenade spazieren. Hier tummeln sich allabendlich die Bewohner der Stadt und genießen die Leichtigkeit des Seins. Und erwerben Sie unbedingt einen der handbemalten Schirme, für die Pathein bekannt ist!
Von hier aus verschlägt es die meisten Besucher zu einem der Bade-Resorts an der Westküste, beispielsweise Chaungtha, Ngwesaung oder Ngapali. Besonders Taucher werden an den Küsten ihre Freude haben, denn im Gegensatz zu den Stränden des Nachbarn Thailand, ist Myanmar noch ein relativer Geheimtipp für einen Bade- oder Tauchurlaub.
Ein beliebtes Ziel für Tagesausflüge von Rangun ins Irrawaddy-Delta ist das Städtchen Twante, bekannt für seine spektakuläre 76 m hohe Shwesandaw Pagode aus dem Jahr 1057 und das Töpfereihandwerk. Rund um die Kanäle können Sie in aller Seelenruhe wundervoll glasierte Töpferarbeiten erwerben.
Mit dem Boot durch das Irrawaddy Delta
Doch es sind gar nicht so sehr die Städte und Dörfer im Irrawaddy Delta, die den Reiz dieser Region ausmachen – auch wenn sie mit ihrem Kolonialstil natürlich äußerst charmant sind. Es ist vielmehr das Wirrwarr aus Kanälen, unerwartete Inselchen mitten im Fluss oder auch die Marsch-Gebiete, in den sich die Flüsse langsam ihren Weg ins Meer suchen, die aufregend und zugleich so friedlich wirken. Und dann wäre da natürlich noch die Chance, einen der legendären Irrawaddy-Delfine zu beobachten, die sich hier gerne in den Gewässern tummeln. Auch Vogelbeobachter kommen auf ihre Kosten, denn in den küstennahen Gebieten brüten nicht nur heimische Vögel, sondern auch viele „Besucher“ aus kälteren Gefilden.
Am besten lässt sich das Delta deshalb natürlich auch an Bord eines Boots erkunden – und die gibt es hier wie Sand am Meer. Ob Tagestour oder eine ausgedehnte Flusskreuzfahrt mit eigener komfortabler Kabine, Fluss-Touren sind am boomen und locken immer mehr Besucher an.
Im Irrawaddy Delta ticken die Uhren ein wenig langsamer und alles wird gelassener angegangen. Erleben Sie die Freundlichkeit der Bewohner und auch ihre Neugierde – hier geht es nicht darum, „Touristen abzuzocken“, sondern Sie willkommen zu heißen und einen kleinen Einblick in das ganz alltägliche Leben in der Reisschüssel Myanmars zu gewähren!